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Ein Juwel in München

Thomas Schierbaum

Filmische Kreativität, technische Innovation und spektakuläre Architektur, so präsentierte sich die Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF München) der FKTG-Regionalgruppe München bei ihrem Besuch am 7. März. Rund 40 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung der Hochschule am Bernd-Eichinger-Platz.

Im Kino Rot begrüßten der Vizepräsident Prof. Jürgen Schopper sowie Abteilungsleiter Prof. Dr. Siegfried Fößel und der Geschäftsführende Professor Dr.-Ing. Peter C. Slansky der Abteilung II (Technik) die Gruppe und führten in die Geschichte, Forschung und Lehre der HFF München ein, die 1966 gegründet wurde und seitdem über 1.600 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht hat. Sie bietet jährlich für circa 350 Studierende sieben Studiengänge an und hat im Laufe der Jahre zahlreiche Erfolge bis hin zu den Oscars erzielt.

 


Prof. Dr. Fößel,  Prof. Schopper, Prof. Dr. Slansky, Simon von der Au (v.l.)

 

Ein besonderes Merkmal der HFF München ist die Einheit von Filmproduktion und Lehre verbunden mit einem hohen Praxisanteil. Sie ist mit rund 120 Filmen im Jahr einer der größten Filmproduzenten in München und hat enge Verbindungen zu zahlreichen regionalen Partnern, wie zum Beispiel ARRI, Bavaria Filmstudios, Bayerischer Rundfunk, Bayerische Landeszentrale für Neue Medien, Neue Constantin, Plazamedia und Fraunhofer.

Eine besondere Initiative ist das neu gegründete CreatiF Center der HFF, das Projektleiter Simon von der Au vorstellte. Dieses Vorhaben wurde im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ ausgewählt und wird mit sechs Millionen Euro über fünf Jahre gefördert. Ziel ist die Förderung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

Das CreatiF Center arbeitet dazu eng mit den Kooperationspartnern im Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen in Erlangen und mit dem Wavelab, dem Innovationslabor und Gründungszentrum der Hochschule für Musik und Theater in München zusammen. Schwerpunkte sind die drei Teilprojekte Filmerbe zur Entwicklung eines Langzeitarchivs, Integratives Produktionsmanagement zur Entwicklung von Tools und Workflows zur effizienteren Herstellung von Filmen und das Creative Innovation Lab für Themen, wie virtuelle Produktion, Künstliche Intelligenz, Cloud-Produktion und volumetrische Medienformate.

Eine Einstimmung auf die Besichtigungstour gaben auch Prof. Dr. Sylvia Rothe zum Thema Künstliche Intelligenz und Prof. Jürgen Schopper zu Visual Effects (VFX). Danach hatten die Besucherinnen und Besucher die Qual der Wahl und konnten aus den Bereichen CreatiF Center, KI-Forschung, Produktionsstudios, Postproduktion und VFX zwei Touren auswählen (beim Autor waren es KI und VFX).

KI-Expertin Prof. Dr. Rothe und Doktorand Christoph Weber begannen ihre Einführung mit einer Anekdote über ihren „vorausschauenden“ Lehrstuhl, der schon nach einem Jahr des Bestehens inmitten des Hypes um ChatGPT & Co. sehr willkommen bei den Lehrenden und Studierenden war.

 


Christoph Weber, Prof. Dr. Rothe (v.l.)

 

Aufgrund der Dynamik ist man am Lehrstuhl von regelmäßigen KI-Sprechstunden zu einer öffentlichen Webseite übergegangen, welche aktuelle KI-Tools auflistet. Ferner werden neben den Lehrveranstaltungen an der HFF München auch hochschulübergreifende Seminare zusammen mit dem Masterstudiengang Medieninformatik der Ludwig-Maximilians-Universität angeboten.

In der Forschung liegt der Schwerpunkt beim Testen von Produkten und Tools und deren Auswirkungen auf die Medienproduktion. Themenbereiche sind KI und Drehbuchschreiben, Leichte Sprache und visuelle Medien, Generierung von Metadaten aus Texten in Filmen (Credits, Zusammenfassungen), NeRF – einem Framework für maschinelles Lernen zur Darstellung realer Szenen in der Filmproduktion und die Erklärbarkeit generativer KI-Modelle.

Großes Kino gab es bei der VFX-Präsentation. Gemeinsam mit den VFX-Supervisoren und Concept Artists Ines Timmich, Franziska Bayer, Alexander Hupp, Hannes Werner und Valentin Dittlmann wurde die 18-minütige HFF-Abschlussproduktion „Wind up“ von WennDann Film GmbH im Kino Rot gezeigt. Im Science-Fiction-Märchen um eine mysteriöse Lampe, einen selbstgenähten Heißluftballon und Familienlügen, alles inszeniert auf einer Insel im weiten Ozean, schienen reale und animierte Szenen unbemerkt ineinander überzugehen.

 


Filmplakat und Szenenbild »Wind up« (Credit: HFF München)

 

Mehr Aufschluss gab der anschließend von den Studierenden kommentierte Making-of-Film. Jeder einzelne Schritt der einjährigen Produktion wurde gezeigt, beginnend mit Drehbuch, Konzeption und Ideen-Simulierung bis hin zu Planung und Szenenbau, drei Drehtagen mit paralleler VFX-Begleitung, Komposition der Filmmusik und Postproduktion.

Am Ende schloss sich der Kreis zu Prof. Jürgen Schopper, der in seiner Einführung betonte, dass Filmemachen viel mehr ist als das Können eines Einzelnen und dass gute Kommunikation aller Beteiligten eine entscheidende Rolle spielt.

Autor: Thomas Schierbaum, Leiter FKTG Regionalgruppe München

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