Ende April empfing der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) erstmals Studierende des neu eingerichteten Studiengangs Medienproduktion der HTWK Leipzig. Ziel des Besuchs war es, frühzeitig einen Austausch zwischen Hochschule und Sender zu etablieren – als Grundlage für künftige Praktika, studentische Nebentätigkeiten und die Betreuung von Abschlussarbeiten. Von dieser Kooperation sollen beide Seiten profitieren: Studierende erhalten Einblick in die praktische Umsetzung ihres theoretischen Wissens, der MDR wiederum kann von deren Mitarbeit an Projekten profitieren.
Ablauf der Exkursion
Im Mittelpunkt stand eine Führung durch die Produktionsstätten des Senders, die sich bewusst interaktiv gestaltete. Statt eines klassischen Vortrags standen durchgehend Raum für Fragen und fachlicher Austausch im Vordergrund.
Den Auftakt bildete Studio 1, das zum Zeitpunkt des Besuchs für das ARD-Mittagsmagazin vorbereitet war. Hier erläuterten die MDR-Mitarbeiter Kamera- und Lichttechnik sowie den Aufbau des Bühnenbilds. Anschließend ging es in die Regie, wo die Gruppe erfuhr, welche Gewerke an der Sendungssteuerung beteiligt sind und wie deren Zusammenspiel funktioniert. Es folgten der Hauptschaltraum und die Sendeabwicklung mit einem grundlegenden Einblick in die dortigen Prozesse und Abläufe.
Nach einer kurzen Pause führte der zweite Teil der Exkursion in das Newscenter von MDR Aktuell, wo der Fokus auf Radio und Technik lag. Neben einer allgemeinen Einführung in die Funktionsweise besichtigte die Gruppe das Hörfunkstudio und erhielt im Geräteraum eine Erläuterung der eingesetzten Technik.
Von Seiten der HTWK nahmen sieben Studierende des vierten Semesters Medienproduktion sowie zwei Lehrkräfte teil. Der MDR war vertreten durch zwei Mitarbeiter mit technischem Hintergrund, eine Rekruterin sowie den Regionalgruppenleiter der FKTG.
Rückmeldungen der Studierenden
Die Studierenden bewerteten die Exkursion durchweg als bereichernd, spannend und gut organisiert. Besonders positiv hervorgehoben wurden die Einblicke in laufende Live-Prozesse, etwa der Blick in das Studio kurz vor Sendebeginn des Mittagsmagazins sowie das Einsprechen der Radio-Übergänge. Auch technische Details, wie die situative Anpassung der Bildschirmsättigung an unterschiedliche Kamerawinkel, stießen auf großes Interesse.
Der erste, produktionsnahe Teil der Führung wurde tendenziell etwas besser bewertet als der zweite. Als Anregung wurde formuliert, redaktionelle und technische Inhalte künftig auf zwei separate Termine zu verteilen, um mehr Raum für Fragen und vertiefende fachliche Erklärungen zu schaffen. Als sinnvoll wurde zudem eine Verknüpfung der redaktionellen Führung mit dem Modul „Journalismus und nonfiktionales Erzählen“ angesehen.
Zusätzliche Wünsche betrafen noch tiefere Einblicke in die technische Praxis, beispielsweise die Beobachtung laufender Sendungen oder die Ergänzung durch einen praktischen Workshop, in dem Studierende selbst Medienproduktionen ausprobieren können.
Das technische Niveau wurde insgesamt als sehr passend eingeschätzt: Die Inhalte waren verständlich aufbereitet, gingen bei Interesse aber auch auf detailliertere Fragen ein. Insgesamt wird die Exkursion ausdrücklich weiterempfohlen und als wertvolle Erfahrung für kommende Semester angesehen.
Bild oben: Die Studierenden erwartete in Studio 1 das komplette Setup für das "Mittagsmagazin" (Quelle: MDR)