Der Nachwuchsmangel in der Elektro- und Informationstechnik könnte sich in den kommenden Jahren deutlich verschärfen. Nach einer aktuellen Untersuchung des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. werden bis 2029 rund 30.000 Studienabschlüsse fehlen, um die altersbedingten Verrentungen auszugleichen.
Demnach soll die Zahl der jährlichen Berufseinsteiger bereits ab 2027 deutlich unter der Zahl der Renteneintritte liegen. Während laut VDE rund 13.100 Ingenieurinnen und Ingenieure pro Jahr aus dem Berufsleben ausscheiden, würden lediglich etwa 6.500 Absolventinnen und Absolventen nachrücken.
Auswirkungen auch auf die Medientechnik
Für die Medientechnikbranche könnte sich die Entwicklung besonders bemerkbar machen. Moderne Broadcast-, AV- und Produktionssysteme basieren zunehmend auf IP-Netzwerken, Embedded-Elektronik und softwaredefinierter Signalverarbeitung. Entsprechend steigt der Bedarf an Fachkräften mit elektrotechnischem und informationstechnischem Hintergrund. Dabei konkurriert die Medientechnik mit vielen weiteren attraktiven Arbeitsfeldern, etwa in der Automotive-Branche.
Gleichzeitig verweist der VDE auf hohe Abbrecherquoten in entsprechenden Studiengängen. Derzeit schließt demnach nur etwa die Hälfte der Studienanfänger ihr Studium erfolgreich ab. Als Ursache nennt der Verband unter anderem Schwierigkeiten beim Übergang von Schule zu Hochschule sowie falsche Erwartungen an Studieninhalte und Berufsbild.
Der VDE empfiehlt Hochschulen, Abbruchursachen systematischer zu erfassen und Studierende gezielter zu begleiten. Unternehmen wiederum sollten den absehbaren Fachkräftemangel frühzeitig in ihre Personalplanung einbeziehen.
Bild oben: Die Medientechnik konkurriert um Absolventinnen und Absolventen mit zahlreichen anderen Branchen, darunter der Automotive-Branche. (Quelle: Pixabay/This is Engineering)