MCI hat die Eventräume der EOS Holding GmbH in Hamburg mit einer professionellen Produktionsinfrastruktur ausgestattet – inklusive Greenscreen-Studio, mobiler Regie und virtueller Studioumgebung.
Studiokonfiguration und Signalkette
Im Erdgeschoss der EOS Holding entstand ein kompaktes Corporate TV Studio, das durch Truss-Bögen strukturiert ist. Diese ermöglichen die flexible Positionierung von Greenscreen, Vorhängen sowie Softboxen und Flächenstrahlern für eine gleichmäßige Ausleuchtung.
Drei Blackmagic-Design-Studiokameras mit Sigma-Art-Objektiven variabler Brennweite übernehmen die Bilderfassung. Die Signalverteilung an die Regie erfolgt über das NDI-Protokoll, das eine IP-basierte, netzwerkgebundene Bildübertragung ohne dedizierte Koaxialverkabelung erlaubt. Für die Tonabnahme kommen kabellose Headset- und Lavalier-Mikrofone der Shure-Serie SLX-D+ zum Einsatz.
Die Eventfläche ist mit PA-Lautsprechern ausgestattet, die sowohl Vor-Ort-Publikum als auch per Stream zugeschaltete Redner beschallen.
Mobile Regie im Workstation-Case
Sämtliche Audio- und Videosignale konvergieren in einer mobilen Regie, die auf einem Thon-Workstation-Case basiert. Der Ausbau durch Studio Hamburg Designworks schafft Platz für 14 Rack-Höheneinheiten sowie zwei fest integrierte Referenzmonitore.
Das zentrale Bildregie-System ist ein TriCaster Mini 4K (NewTek), der Kamera-Switching, Medienintegration, Präsentationseinspielung und virtuelle Studioumgebungen in einer Einheit vereint. Die Bedienoberfläche ist über ein Elgato StreamDeck realisiert – ein Ansatz, der die Einstiegshürde für nicht-spezialisiertes Personal deutlich senkt.
Die Audioverarbeitung übernimmt ein Yamaha TF Rack, konfiguriert mit EOS-spezifischen Fader-Belegungen. Die Vernetzung aller Komponenten basiert auf Ubiquiti-Switches und einem Gateway, über die Bilddaten per NDI und Tonsignale via Dante-Protokoll transportiert werden.
Virtuelles Studio mit dreidimensionaler Wirkung
Der produktionstechnisch anspruchsvollste Aspekt des Projekts ist die Integration eines vollwertigen virtuellen Studios. Während klassische Greenscreen-Anwendungen einen zweidimensionalen Ersatzhintergrund einblenden, weist der TriCaster Mini 4K hier jeder physischen Kamera eine eigene, perspektivisch korrekte Hintergrundprojektion zu. Das Umschalten zwischen den Kameras erzeugt so den Eindruck eines dreidimensional wirkenden, kohärenten Raumes.
Die virtuelle Studioumgebung stammt von Majworks GmbH und zeigt ein großzügig gestaltetes Corporate-Umfeld mit Raumbildschirm sowie Materialien wie Holz und Beton – eine Gestaltung, die den realen Studioraum visuell erheblich erweitert, ohne bauliche Maßnahmen zu erfordern.
Bild oben: Die mobile Regie im Einsatz (Quelle: MCI)