Panasonic Connect Europe stellt mehrere Neuerungen für Broadcast und ProAV vor. Das Portfolio umfasst PTZ-Kameras mit Global-Shutter-Sensor, neue Bedieneinheiten für die Live-Produktionsplattform KAIROS sowie Erweiterungen der automatisierten und manuellen Farbkorrektur.
PTZ-Kameras mit Global-Shutter-Sensor
Mit den Serien AW-UE200 und AW-UER200 führt Panasonic 4K-PTZ-Kameras mit einem Global-Shutter-MOS-Sensor im 1,2-Typ-Format ein. Die Global-Shutter-Technologie soll das Bild ohne den bei Rolling-Shutter-Sensoren auftretenden zeilenweisen Ausleseeffekt erfassen. Dadurch sollen besonders bei schnellen Bewegungen geometrische Verzerrungen reduziert werden. Gleichzeitig soll die Technologie Flimmereffekte im Zusammenspiel mit LED-Wänden und Bühnenbeleuchtung verringern.
Beide Serien verfügen über einen 22-fachen optischen Zoom. Damit lassen sich auch bei größeren Aufnahmeentfernungen detaillierte Bildausschnitte realisieren.
Die AW-UER200-Serie erweitert die PTZ-Funktionalität um einen Rollmechanismus mit einem Achsenbereich von −200° bis +200°. Zudem unterstützt die Kamera sowohl das klassische 16:9- als auch das vertikale 9:16-Ausgabeformat. Beide Formate können laut Panasonic unter vollständiger Nutzung des Sensors erzeugt werden. Die Funktion zielt besonders auf Produktionen ab, bei denen Broadcast- und Social-Media-Inhalte parallel erzeugt werden.
Neue Bedieneinheiten für KAIROS
Für die IT-/IP-basierte Live-Produktionsplattform KAIROS stellt Panasonic die beiden Bedienpulte AT-KP340 und AT-KP330 vor. Das AT-KP340 bietet ein 40-XPT-Layout, während das AT-KP330 mit 30 XPTs ausgelegt ist. Beide Modelle verfügen über 12 Busse.
Der Aufbau soll den direkten Zugriff auf Snapshots, Makros und weitere häufig verwendete Funktionen über die jeweiligen Bus-Reihen ermöglichen. Damit sollen sich wiederkehrende Bedienabläufe vereinfachen und Operatoren insbesondere bei komplexen Live-Produktionen entlasten.
Die Geräte befinden sich laut Panasonic noch in der Entwicklung. Entsprechend können sich technische Spezifikationen und Verfügbarkeitstermine ändern. Die Markteinführung des AT-KP340 ist derzeit für das zweite Quartal 2027 vorgesehen, das AT-KP330 soll im dritten Quartal 2027 folgen. Verbindliche Angaben zur Verfügbarkeit will Panasonic über die jeweiligen Produktseiten bereitstellen.
Automatisches Color-Matching für Image Adjust Pro
Auch die Media Production Suite wird erweitert. Das Plug-in Image Adjust Pro erhält überarbeitete virtuelle Bedienpanels und eine automatische Color-Matching-Funktion.
Das Verfahren gleicht die Farbmatrizen mehrerer Kameras automatisch an das Farbprofil einer Referenzkamera an. Dadurch soll sich der manuelle Aufwand bei Gamma-, Matrix- und weiteren Farbeinstellungen reduzieren. Nach Angaben von Panasonic ist für die Nutzung der Funktion kein spezielles Fachwissen erforderlich.
Als Zielgeräte für die automatische Farbkorrektur können ausschließlich kompatible Panasonic-Kameras verwendet werden. Als Referenzkamera lässt sich dagegen auch ein Modell eines Drittanbieters einsetzen. Die Funktion soll für alle mit Image Adjust Pro (AW-SF600) kompatiblen Modelle verfügbar sein.
Das entsprechende Update ist derzeit für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Eine spätere Unterstützung der PTZ-Serien AW-UE200 und AW-UER200 ist laut Panasonic geplant. Da sich die Funktion noch in Entwicklung befindet, können sich Spezifikationen, Benutzeroberfläche, unterstützte Kameramodelle und Veröffentlichungstermin noch ändern.
Erweiterte Farbkorrektur für Studiokameras
Für die Studiokamera AK-UCX100 und die Multifunktionskamera AK-UBX100 plant Panasonic ein Firmware-Update mit drei zusätzlichen Funktionen für die Farbverarbeitung. Die Veröffentlichung ist derzeit für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Color-Temperature-Blend kombiniert die Farbtemperaturwerte von LED-Wand und Bühnenbeleuchtung. Ziel ist ein konsistenterer Weißabgleich zwischen real aufgenommenen Motiven und den auf der LED-Wand dargestellten Inhalten.
Mit Target-Color-Correction lassen sich einzelne Farben gezielt hinsichtlich Farbton, Sättigung und Luminanz korrigieren. Die Funktion kann beispielsweise dazu eingesetzt werden, Unternehmensfarben oder Sponsorenlogos auf LED-Wänden präziser im Kamerabild abzubilden. Bis zu drei Farbtabellen sollen gleichzeitig konfigurierbar sein.
Chroma-Suppression adressiert Farbverschiebungen und Übersättigungen in besonders farbintensiven Bildbereichen. Dies soll insbesondere bei kontrastreichen LED-Inhalten, beispielsweise bei Konzerten und anderen Live-Veranstaltungen, eine natürlichere Farbwiedergabe ermöglichen.
Hinweis der Redaktion: Mehrere der von Panasonic angekündigten Funktionen befinden sich noch in der Entwicklung. Die genannten technischen Eigenschaften, unterstützten Modelle und Veröffentlichungstermine sind daher vorläufig und können sich ändern. Für verbindliche Angaben zur Verfügbarkeit und zum jeweiligen Firmware- beziehungsweise Softwarestand sind die aktuellen Produktseiten von Panasonic maßgeblich.
Bild oben: Panasonic Connect Europe