Grass Valley und Lawo kooperieren

FKTG-Journal
Offene Medieninfrastrukturen im Fokus.

Grass Valley und Lawo haben eine Technologiepartnerschaft vereinbart, die auf eine validierte Integration ihrer jeweiligen Plattformen AMPP und HOME abzielt. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung der von der EBU initiierten „Dynamic Media Facility"-Initiative (DMF) sowie des „Media eXchange Layer"-Projekts (MXL).

 

Technischer Fokus der Zusammenarbeit

In einer ersten Phase wollen sich beide Unternehmen auf vier operative Kernbereiche konzentrieren: Steuerung und Orchestrierung, Medientransport und -austausch, Monitoring sowie Security. Konkret werden Anwendungsszenarien wie plattformübergreifendes Routing, Ressourcensichtbarkeit in heterogenen Umgebungen und MXL-konformer Austausch softwarebasierter Medienfunktionen erprobt.

Sowohl AMPP als auch HOME sind als softwarebasierte Infrastrukturplattformen für Live-Produktions-Workflows konzipiert und unterstützen Cloud-, Edge- sowie hybride Deployments – eine Konstellation, die im Broadcast-Umfeld zunehmend zum Standard wird.

Grass-Valley-CEO Jon Wilson unterstreicht den strategischen Charakter der Partnerschaft: „Die Branche entwickelt sich in Richtung dynamischer, softwarebasierter Medieninfrastrukturen, in denen Kunden darauf vertrauen müssen, dass führende Plattformen bei Steuerung, Orchestrierung und Medienaustausch nahtlos zusammenarbeiten." Adam Marshall, Chief Product Officer bei Grass Valley, ergänzt die produktseitige Perspektive: „Kunden wollen keine Theorie – sie brauchen den Nachweis, dass offene Multi-Vendor-Architekturen zuverlässig implementiert werden können.“

 

Hintergrund

Der Schritt adressiert einen wachsenden Bedarf der Branche: In hybriden Produktionsumgebungen müssen Plattformen unterschiedlicher Hersteller zuverlässig interoperieren, ohne aufwendige proprietäre Anpassungen zu erfordern. Beide Unternehmen positionieren die Kooperation ausdrücklich als Gegenentwurf zu geschlossenen Ökosystemen. Lawo-CEO Jamie Dunn bringt es auf den Punkt: „Gemeinsam ermöglichen wir unseren Kunden, schon heute dynamische Medieninfrastrukturen umzusetzen – ohne Bedenken hinsichtlich Anbieterabhängigkeit oder Einschränkungen.“

Für Systemintegratoren und Betreiber soll die Partnerschaft den Integrationsaufwand senken, die Planungssicherheit bei Implementierungen erhöhen und die Einführung offener Multi-Vendor-Architekturen beschleunigen.

 


Bild oben: Pixabay/Gerd Altmann

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