Vereinsarbeit beginnt von innen

Angela Bünger
Ein redaktioneller Blick auf die FKTG-Mitgliederversammlung 2026.

Mitgliederversammlungen folgen einem strengen, von der Satzung vorgegebenen Ablauf. Darum soll es hier nicht gehen. Mitglieder, die einen Überblick über alle Zahlen, Daten und Fakten haben möchten, finden diese im Mitgliederbereich der FKTG zum Download.

Was in dieser kurzen Nachbetrachtung vielmehr im Fokus stehen soll, ist das, was die FKTG als Verein wirklich ausmacht. Und das hatte der in dieser Mitgliederversammlung verabschiedete Vorstand nach seinem Antritt 2022 klar vorgegeben: Wissen bündeln, Kompetenzen vernetzen, Nachwuchs fördern, Menschen weiterbringen. Dazu wollte man sowohl die Kommunikation nach außen, also Webauftritt und Markenkern der FKTG, modernisieren, mehr regionale Veranstaltungen anbieten und auch die Mitglieder sollten insgesamt jünger und diverser werden.

 

Vielfältige Aufgaben und Herausforderungen

Nach den Corona-Jahren mit wenig bis gar keinen Präsenzveranstaltungen und auch angesichts des allgemein schwindenden Interesses an Vereinsmitgliedschaften insgesamt sehr hoch gesteckte, aber nicht unerreichbare Ziele.

Doch es kamen zunächst weitere Rückschläge hinzu: So mussten nicht nur organisatorische Dinge, wie der Umzug der Geschäftsstelle nach Mainz, bewältigt werden, auch die Fachzeitschrift FKT, die für viele lange Zeit der erste Berührungspunkt mit dem Verein war, fiel nach der Insolvenz des Verlags Schiele und Schön ebenfalls von einem Tag auf den anderen weg.

Was wurde also vor diesem Hintergrund von den ursprünglichen Zielen erreicht? Gehen wir der Reihe nach vor:

 

Wissen bündeln

Bereits wenige Wochen nach Einstellung der FKT begannen mit Hilfe von Prof. Dr. Stephan Breide, Dr. Eckhard Stoll und der Autorin die Arbeiten am neuen FKTG-Journal, das als Online-Medium konzipiert wurde, aber auch quartalsweise als PDF zum Download bereitgestellt wird. Das FKTG-Journal versteht sich bewusst als Wissenskurator und greift dabei auch Themen internationaler Fachzeitschriften auf. Zudem erweiterte sich die mediale Darstellung vom reinen Text- und Bild-Journal um multimediale Aspekte mit Video- und Audiobeiträgen.

Gemeinsam mit Kim Seidler entstand auch der neue Podcast FKTG Media Technology Insights, von dem Stand heute bereits über 20 Folgen erschienen sind. Darüber hinaus ist das riesige FKTG-Archiv natürlich weiterhin für Mitglieder abrufbar, darin enthalten auch alle FKT-Ausgaben und deren Vorgänger sowie das IRT-Archiv.

Die Aufteilung von Journal und Vereinsauftritt in zwei Webauftritte mit zwei Logins ist noch etwas umständlich. Dies wird sich mit der neuen Website ändern, die aktuell bereits entsteht.

 

Kompetenzen vernetzen

Seit der ersten Fachtagung nach der Pandemie in Erfurt im Jahr 2022, gefolgt von Mainz 2024 hat die FKTG ihren zweijährigen Konferenzrhythmus wieder aufgenommen. Auch die bewährten und beliebten Regionaltagungen in Wiesbaden und Erfurt finden wieder regelmäßig statt.

Wie Prof. Dr. Rainer Schäfer in seinem Bericht anführte, war es gelungen, deutlich mehr Leben in die Regionalgruppen zu bringen: In Köln, München, Hamburg (RG Nord), Berlin, Stuttgart, Leipzig (RG Mitteldeutschland) und Erfurt (RG Thüringen) finden regelmäßig Präsenzveranstaltungen statt, teilweise ergänzt durch Online-Formate . Insgesamt organisierten die Regionalleitungen seit 2024 47 Veranstaltungen. Auch in Österreich und der Schweiz entstanden wieder Regionalgruppen. Darüber hinaus konnte die Kooperation mit der Hamburg Open erfolgreich ausgebaut werden.

Ausgebaut wurde auch die Zusammenarbeit mit Partnerverbänden. So fand unter der Ägide der Regionalgruppe Köln erst im April dieses Jahres ein „crossmediales“ Regionalevent zusammen mit VPLT und DTHG statt, das Live-Produktion, Broadcast und Theater zusammenbrachte.

Mit dem Start des neuen Webauftritts soll die Möglichkeit zur Vernetzung für persönliche Mitglieder, Hochschulen und Fördermitglieder noch einfacher werden, so Sonja Langhans in ihrer Kurzvorstellung zum aktuellen Stand. Dann nämlich vereinen sich Website, Mitgliederversammlung und Vereinsverwaltung in einem einzigen Gesamtpaket. Mit Schnittstellen zu modernen Tools und einem neuen, frischen Markenauftritt verspricht sowohl die interne als auch die externe Kommunikation deutlich einfacher zu werden.

 

Nachwuchs fördern

Als erfreulich stellte sich die aktuelle Entwicklung dar, dass wieder mehr Studierende Interesse an einer FKTG-Mitgliedschaft zeigen. Aktuell bietet die FKTG bis Ende des Jahres Studierenden eine kostenfreie Mitgliedschaft für die gesamte Studiendauer an. Im Rahmen der Mitgliederversammlung stellte Dr. Lucien Lenzen auch die Preisträger der Hochschulabsolventenpreise 2024 und 2025 vor. Auf der diesjährigen FKTG-Fachtagung in Wuppertal ausgezeichnet werden.

Für 2024:

  • Lea Liebich für ihre an der Hochschule der Medien Stuttgart entstandene Bachelorarbeit „Overview of Technical Possibilities and Capabilities of Generative Artificial Intelligence to Enhance Storyboarding in Film Production“.
  • Lukas Lasse Bickelmann für seine an der Hochschule der Medien Stuttgart entstandene Masterarbeit  „Evaluation of colour recreation in round-trip conversion

Für 2025:

  • Ina Salaj für ihre an der TH Ingolstadt entstandene Bachelorarbeit „Integrating Cross-Modality Fusion for Joint Audio-Visual Quality Assessment“.
  • Margherita Lea Corona für ihre Humbold-Universität zu Berlin entstandene Masterarbeit mit dem Titel „Relighting Gaussian Splatting Scenes in the Wild -

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Richard-Theile-Medaille, Oskar-Messter Medaille und Innovationspreis für Medientechnologie in der Informationstechnik sowie Urtel-Preis stehen noch nicht fest.

 

Menschen weiterbringen

Nach einem Mitglieder-Peak in den Nullerjahren hatte die FKTG zuletzt mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Dieser konnte nun, so Prof. Dr. Rainer Schäfer im Bericht des Vorstands, deutlich gedämpft werden. Dieses Phänomen ist auch bei anderen Vereinen durchaus bekannt. Ehrenamt und Engagement sind für viele, im Rahmen stetig steigender Anforderungen im Beruf, zu einem verzichtbaren Luxus geworden. Doch Vereinsarbeit beginnt von innen. Nur gemeinsam können auch große Dinge bewegt werden.

Der Staffelstab wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung jetzt auch offiziell an den neuen Vorstand um Prof. Dr. Peter C. Slansky (Vorsitzender), Sonja Langhans (stv. Vorsitzende), Claus Pfeifer (Kassenwart), Anna-Maria Daschner (Schriftführerin), Dr. Christiane Janusch, Prof. Dr. Jan Fröhlich, Prof. Dr. Sebastian Vogt, Kim Seidler und Benedikt Krönung übergeben. Mit der Ausgestaltung der Fachtagung, einem komplett neuen Webauftritt und vielen drängenden organisatorischen Fragen schultern sie ein großes und komplexes Aufgabenpaket. Lassen wir sie damit nicht allein: Ansprechen, Anpacken, Mitgestalten ist das Gebot der Stunde.

 


Bild oben: KI-generiert mit ChatGPT

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