Die DTM setzt seit diesem Jahr dauerhaft auf ein Private-5G-Netzwerk von Riedel Communications für die Übertragung von Onboard-Kamerasignalen. Gemeinsam mit dem Broadcast-Dienstleister TV Skyline wurde die Infrastruktur für die Live-Produktion im Motorsport umgesetzt. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um den ersten dauerhaften Einsatz einer Private-5G-Plattform als primäres Onboard-Übertragungssystem in einer Rennserie.
Hochauflösende Kamerasignale aus den Rennfahrzeugen
Die Easy5G-Plattform von Riedel ermöglicht die drahtlose Übertragung hochauflösender Videosignale direkt aus den Rennfahrzeugen. In der DTM sind alle 21 Fahrzeuge mit Onboard-Kameras ausgestattet. Sechs Fahrzeuge verfügen darüber hinaus über zusätzliche Action-Kameras.
Auch im Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland kommt die Infrastruktur zum Einsatz. Dort sind 24 unterschiedliche Kameraperspektiven in die Produktion integriert. Die Architektur wurde laut Riedel von Beginn an skalierbar konzipiert und soll damit auch zusätzliche Kameras, höhere Datenmengen und künftige Produktionsanforderungen unterstützen.
Für die streckennahe Produktionsinfrastruktur bildet Riedels DIVA+ die technische Basis. Die Plattform bündelt Funktionen für Data, Intercom, Video und Audio.
Private-5G-Netz mit 100 MHz Bandbreite
Das eingesetzte Private-5G-Netz arbeitet mit einer Bandbreite von 100 MHz. Im Uplink werden Datenraten von bis zu 140 Mbit/s erreicht. Eine auf die jeweilige Strecke abgestimmte Netzplanung soll dabei eine effiziente Frequenznutzung und eine hohe Gesamtkapazität ermöglichen.
Auch der Infrastrukturaufwand entlang der Rennstrecke wurde bei der Planung berücksichtigt. Abhängig von den topografischen und baulichen Gegebenheiten kommt das Netzwerk laut Riedel mit vier bis sieben Antennenstandorten aus.
Damit soll sich die Plattform auch für Rennstrecken mit unterschiedlichen Ausbreitungsbedingungen und Produktionsanforderungen eignen.
Entwicklung von DTM, TV Skyline und Riedel
Die technische Umsetzung entstand in Zusammenarbeit zwischen der DTM, TV Skyline und Riedel Communications. Ziel war es, Private 5G nicht lediglich unter Rennbedingungen zu erproben, sondern als dauerhaft nutzbare Produktionsinfrastruktur zu etablieren.
Wolfgang Reeh, CEO von TV Skyline, sieht besonders bei der Onboard-Produktion einen Anwendungsbereich für die Technologie. Die bisherige Limitierung bei der Anzahl und Verfügbarkeit drahtlos übertragbarer Kamerasignale habe den Anlass gegeben, Private 5G als Alternative zu entwickeln.
Grundlage für weitere Produktionsformate
Für Riedel stellt der DTM-Einsatz nach eigenen Angaben einen Schritt hin zu stärker vernetzten Live-Produktionsumgebungen dar. Die Plattform soll künftig nicht nur die Übertragung zusätzlicher Kamerasignale ermöglichen, sondern auch höhere Datenvolumina und weitere datenbasierte Produktionsanwendungen unterstützen.
Claudia Wagner, Geschäftsführung DTM, sieht darin zugleich eine technische Grundlage für neue Content-Formate und Fan-Angebote. Die Möglichkeit, bei jedem Rennen Onboard-Bilder von allen Teilnehmern bereitzustellen, soll zusätzliche Perspektiven auf das Renngeschehen eröffnen und langfristig auch neue Geschäftsmodelle im Motorsport ermöglichen.
Bild oben: Riedel Communications