CGI zeigte in Amsterdam, wie sich Produktionsprozesse für Fernsehen, digitale Plattformen und Radio stärker vernetzen lassen. Neben den eigenen Plattformen OpenMedia Evolve und CGI dira stellte das Unternehmen Beratungs- und IT-Dienstleistungen für die Modernisierung von Medienbetrieben vor.
Ein Schwerpunkt lag auf der Integration von KI-Funktionen in bestehende redaktionelle und produktionstechnische Abläufe. CGI positionierte dabei nicht die KI als eigenständiges Produktionssystem, sondern als Unterstützung innerhalb bestehender Workflows. Die redaktionelle Kontrolle soll dabei erhalten bleiben.
Story als zentrale Workflow-Einheit
OpenMedia Evolve ist eine Weiterentwicklung der bekannten Newsroom-Plattform. Der Ansatz ist „story-centric“: Planung, Erstellung und Veröffentlichung von Inhalten werden in einer gemeinsamen Umgebung zusammengeführt.
Für Redaktionen bedeutet dies eine Abkehr von voneinander getrennten Werkzeugen für einzelne Produktionsschritte. Eine Story soll über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg in derselben Umgebung verwaltet werden können, von der Planung über die Erstellung bis zur Ausspielung für Broadcast, Web und Social Media.
Zu den auf der Messe gezeigten Funktionen gehörten unter anderem:
- kollaborative Workflows,
- Aufgaben- und Workflow-Management,
- Multi-Plattform-Publishing,
- KI-gestützte Verschlagwortung,
- automatische Zusammenfassungen,
- Übersetzungsfunktionen und
- Workflow-Automatisierung.
Technisch interessant ist dabei vor allem die Kombination dieser Funktionen innerhalb eines durchgängigen Systems. Inhalte können damit nach dem „Create once, publish fast“-Prinzip für unterschiedliche Ausgabekanäle aufbereitet werden.
OpenMedia Evolve wird laut Unternehmen schrittweise eingeführt. CGI entwickelt die Plattform nach eigenen Angaben gemeinsam mit Broadcastern weiter; Kunden können die neuen Funktionen parallel zu bestehenden OpenMedia-Umgebungen übernehmen.
Automatisierung für die Radio-Produktion
Für den Radiobereich stellte CGI mit dira eine Plattform vor, die besonders wiederkehrende Produktionsaufgaben automatisieren soll. Ziel sei es, vorhandene Arbeitsweisen zu unterstützen, ohne zusätzliche Komplexität in die Produktionsumgebung einzuführen.
Auf der IBC 2026 standen unter anderem Cloud-Playout, Automatisierung und KI-gestützte Workflows im Fokus. Damit sollen Produktions- und Redaktionsteams Routineaufgaben reduzieren und vorhandene Inhalte effizienter bearbeiten können.
Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Integration mit Planungssystemen. CGI arbeitet nach eigener Aussage daran, dira enger mit den Newsroom-Funktionen von OpenMedia zu verbinden. Damit soll eine gemeinsame Perspektive auf durchgängige Workflows von der redaktionellen Planung bis zur Radio-Produktion entstehen.
Ergänzend zeigte CGI neue Funktionen für Voice und Text-to-Speech. Sie sollen es ermöglichen, Audioinhalte für unterschiedliche Plattformen zu erzeugen, anzupassen und wiederzuverwenden.
KI als Bestandteil bestehender Produktionsketten
Aus technischer Sicht setzt CGI damit auf einen pragmatischen Einsatz generativer und assistierender KI-Funktionen. Statt bestehende Produktionsketten durch ein separates KI-System zu ersetzen, werden einzelne Arbeitsschritte innerhalb der vorhandenen Workflows automatisiert oder unterstützt.
Bei OpenMedia Evolve betrifft dies beispielsweise Metadaten, Zusammenfassungen und Übersetzungen. Im Radio-Umfeld kommen automatisierte Produktionsschritte sowie Sprach- und Text-to-Speech-Funktionen hinzu.
Für Betreiber von Broadcast-Infrastrukturen ist dabei besonders die Integration relevant. Neue Funktionen müssen sich in vorhandene Systeme und Prozesse einfügen lassen, während bestehende Installationen und redaktionelle Abläufe weiterbetrieben werden können.
CGI stellte deshalb neben den Produkten auch seine Dienstleistungen für IT-, KI- und Business-Transformation vor. Diese sollen Broadcaster bei der Modernisierung ihrer Produktionsumgebungen unterstützen – einschließlich der schrittweisen Migration bestehender Systeme.
Fazit
Die IBC2026-Präsentation von CGI konzentriertw sich auf die Verbindung von Newsroom, Radio-Produktion, Cloud-Technologien, Automatisierung und KI. OpenMedia Evolve adressiert dabei vor allem den durchgängigen Lebenszyklus redaktioneller Inhalte, während dira die Automatisierung und Integration im Radio-Produktionsumfeld in den Mittelpunkt stellt.
Für technische Entscheider dürfte die Frage interessant sein, wie sich KI-Funktionen in bestehende Broadcast-Architekturen integrieren lassen, ohne etablierte Produktionsprozesse und die redaktionelle Kontrolle aufzugeben.
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