IBC 2026: Integrierte Broadcast-Audio-Workflows

FKTG-Journal
Sennheiser Spectera mit neuem Handsender und IP-Integration, Neumann präsentiert neue Studiomonitore und Mikrofonkapseln.

Die Sennheiser-Gruppe (Stand 8.D50) präsentiert integrierte Lösungen für den professionellen Broadcast-Audio-Workflow. Das Unternehmen zeigt gemeinsam mit Neumann und dem Partner SoundBase Technologien für Audioabnahme, Signalverarbeitung, Monitoring und Playout. Im Mittelpunkt stehen unter anderem das Breitband-Wireless-System Spectera, neue Studiomonitore von Neumann sowie IP-basierte Broadcast-Workflows.

 

Spectera mit erweitertem Wireless-Ecosystem

Im Bereich drahtloser Audiotechnik zeigt Sennheiser neben den digitalen EW-DX-Systemen besonders das bidirektionale Breitband-Ecosystem Spectera. Der Spectera-Handsender SKM soll ab Mitte September ausgeliefert werden und ergänzt die Plattform um eine weitere zentrale Komponente.

Mit Mikrofonen, In-Ear-Monitoring sowie Fernsteuerung und Monitoring sollen sich nun verschiedene Live-Audio- und Broadcast-Anwendungen innerhalb eines gemeinsamen HF-Breitbandkanals abbilden lassen. Grundlage ist die von Sennheiser als WMAS-Technologie bezeichnete Breitbandlösung, die Steuerungsdaten und Audiosignale integriert.

 

ST 2110-30 und AES67 für Broadcast-Workflows

Für die Einbindung in IP-basierte Broadcast-Infrastrukturen kündigt das Unternehmen die Spectera Base Station ZMAN mit dem Merging-ZMAN-Audionetzwerkmodul für AES67 an. Die Markteinführung ist laut Sennheiser für Oktober 2026 geplant.

Durch die native Integration von SMPTE ST 2110-30 soll die Base Station ZMAN die Spectera-Infrastruktur direkt mit professionellen Broadcast-Workflows verbinden. Damit adressiert Sennheiser insbesondere Anforderungen an Interoperabilität und Steuerbarkeit in IP-basierten Produktionsumgebungen.

 

Die Spectera Base Station ZMAN zur Integration in SMPTE-2110-Workflows (alle Bilder: Sennheiser)

 

Ebenfalls auf der IBC zu sehen sind neue Command-Zubehörteile für das Spectera-System. Der Command Button für den SEK-Bodypack sowie der Command Ring für den SKM-Handsender ermöglichen es Nutzern, vorkonfigurierte Audio-Routing-Funktionen direkt über eine Taste zu steuern. Diese kann beispielsweise zum Stummschalten des Mikrofons oder zum Öffnen eines Rückkanals verwendet und als Schalter oder Taster konfiguriert werden.

 

Spectera im Eurovision-Einsatz

Sennheiser verweist zudem auf einen groß angelegten Einsatz von Spectera beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien. Dort kamen nach Angaben des Unternehmens vier aktive Spectera Base Stations zum Einsatz, die rund 150 Livestreams für drahtlose Mikrofone, In-Ear-Monitoring und Steuerdaten verarbeiteten. Dabei wurden auch Vorserienmodelle des neuen Spectera-Handsenders eingesetzt.

Der Partner SoundBase zeigt auf dem Messestand seine herstellerunabhängige App für HF-Planung und -Management. Diese unterstützt inzwischen auch Spectera einschließlich der Command-Funktion. Mit dem „Remote View Tool“ lassen sich Live-Monitordaten innerhalb einer Produktion mit weiteren Teammitgliedern teilen.

 

Screenshot der SoundBase-App zur HF-Planung

 

Neumann kündigt neue Studiomonitore an

Ein weiterer Schwerpunkt der Präsentation liegt auf dem Monitoring. Neumann will auf der IBC neue Studiomonitore erstmals öffentlich zeigen. Konkrete technische Daten zu den neuen Modellen nennt das Unternehmen vor der Messe noch nicht.

Im Neumann-Monitorbereich sind Demonstrationen und Hörsessions vorgesehen. Ergänzend zeigt das Unternehmen zwei neue Kondensator-Kapselköpfe für Sennheiser-Drahtlossysteme, darunter Spectera. Die KK 104 A mit Nierencharakteristik und die KK 105 A mit Supernierencharakteristik folgen auf die bisherigen Modelle KK 204 und KK 205.

Neben einer überarbeiteten Bauform sollen die neuen Kapseln insbesondere eine verbesserte Unterdrückung von Körperschall bieten. Damit richtet Neumann die Kapseln weiterhin auf Anwendungen aus, bei denen die Klangcharakteristik von Studiomikrofonen mit der Robustheit und Bedienbarkeit drahtloser Live-Systeme kombiniert werden soll.

 

Signalkette von der Abnahme bis zum Playout

An einem separaten Bereich des Messestands demonstriert die Sennheiser-Gruppe einen durchgängigen Broadcast-Audio-Workflow. Die gezeigte Signalkette umfasst Audioabnahme, Bearbeitung, Monitoring und Ausspielung und berücksichtigt dabei Schnittstellen und Protokolle wie SMPTE ST 2110, Dante, NMOS und Lawo HOME.

Die Audioaufnahme erfolgt dabei sowohl über drahtgebundene MKH-HF-Kondensatormikrofone von Sennheiser als auch über ein drahtloses EW-DX-Mikrofonsystem. Die Signale werden anschließend in das modulare Audiointerface HAPI von Merging Technologies eingespeist, das für den Einsatz im Studio und im Ü-Wagen ausgelegt ist.

Für das Monitoring setzt die Präsentation auf Studiomonitore der Neumann-KH-Serie sowie auf die Sennheiser-Studiokopfhörer HD 480 PRO und HD 490 PRO. Die Signalkette wird durch den Playout- und Show-Sequencer Ovation sowie die Digital Audio Workstation Pyramix ergänzt.

Mit der Messepräsentation will die Sennheiser-Gruppe insbesondere die Integration ihrer Technologien entlang des gesamten Broadcast-Audio-Workflows demonstrieren. Dabei stehen sowohl die Erweiterung drahtloser Breitbandsysteme als auch deren Einbindung in IP-basierte Produktionsinfrastrukturen im Fokus.

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