Imagine Communications (Stand 1.B73) will seine Strategie für künstliche Intelligenz und das Model Context Protocol (MCP) anhand konkreter Anwendungen vorstellen. Im Mittelpunkt stehen laut Unternehmen bereits verfügbare Funktionen für Ad-Tech- und Videoinfrastruktur sowie eine langfristige Entwicklung hin zu agentischen KI-Systemen.
Dreistufiger Ansatz für KI im Medienbetrieb
Die KI-Strategie des Unternehmens basiert auf drei Elementen: Zunächst sollen operative und assistierende Machine-Learning-Funktionen dort integriert werden, wo sie kurzfristig messbaren Nutzen erzeugen können. Als zweite Ebene führt Imagine MCP-Schnittstellen ein, über die KI-Systeme kontrollierten und abgesicherten Zugriff auf die Plattformen des Unternehmens erhalten sollen.
Langfristig sollen KI-Agenten mit Medienworkflows interagieren können. Dabei sollen die Aktionen nachvollziehbar und auditierbar bleiben. Die bestehenden Kernprodukte und System-of-Record-Workflows sollen nach Angaben des Unternehmens weiterhin die stabile Grundlage der Architektur bilden.
KI-Unterstützung für den Ad-Workflow
Im Ad-Tech-Portfolio setzt Imagine KI entlang des gesamten Werbe-Transaktionszyklus ein. Vorgesehen sind Funktionen für Vertriebsteams, Umsatzprognosen und Yield Management ebenso wie für Traffic-Workflows und kommerzielle Entscheidungen.
Zu den angekündigten Demonstrationen gehört der Landmark Sales AI Assistant. Der integrierte Assistent soll Vertriebsteams ermöglichen, Kampagnen per natürlicher Sprache anzulegen, zu kopieren oder während der Laufzeit zu ändern.
Mit Landmark Sales MCP zeigt Imagine außerdem einen Ansatz für KI-gestütztes Total TV Trading. Käufer sollen Kampagnen über ein Portal und konversationelle Interaktion buchen können, während Verkäufer mit KI-generierten Zusammenfassungen arbeiten. Die MCP-Schicht soll die Interaktionen orchestrieren, ohne die zugrunde liegenden System-of-Record-Prozesse für KI-Anwendungen direkt zu öffnen.
Weitere Funktionen betreffen KI-basierte Dashboards in Landmark Sales. Nach Angaben von Imagine sollen die In-App-Reports in einer tokenlosen Umgebung arbeiten und ohne KI-Kosten pro Abfrage auskommen. Die Anpassung an Kundenanforderungen erfolgt über das Professional-Services-Team.
Für die Kanalplanung zeigt das Unternehmen zudem Landmark Rights & Scheduling mit KI-gestützter Unterstützung. Eingebettetes Machine Learning soll bestehende Geschäftsregeln in größerem Maßstab anwenden und damit Planungszyklen verkürzen. Redaktionelle Teams sollen dadurch von Routineaufgaben entlastet werden.
MCP als Schnittstelle für die Videoinfrastruktur
Auch im Bereich der Videoinfrastruktur will Imagine MCP als kontrollierte Schnittstelle zwischen KI-Systemen und operativen Plattformen einsetzen. Ziel ist es, die Bedienung komplexer Workflows zu vereinfachen, die Transparenz in Medienumgebungen zu erhöhen und die Reaktion auf Betriebsstörungen zu beschleunigen.
Das Magellan Control System MCP erweitert die Routing- und Processing-Steuerung um eine KI-gestützte Interaktion. Anwender sollen komplexe Operationen in natürlicher Sprache vorbereiten und ausführen können. Über MCP sollen künftig auch agentische Systeme assistierende Aktionen in der Produktionsumgebung durchführen.
Conversational Playout und KI-gestützte Analyse
Im Bereich Playout plant Imagine eine konversationelle Steuerung von Multikanal-Workflows. Anwender sollen unter anderem Massenänderungen terminieren, operative Echtzeitabfragen durchführen und Lücken in Programmabläufen mithilfe von Inhalten aus einem Content-Pool schließen können. Eine kontrollierte MCP-Service-Schicht soll dabei Schutzmechanismen zwischen KI und Playout-Automation durchsetzen.
Auch Dashboarding und Observability werden um MCP-Funktionen erweitert. Live-Systemdaten sollen über die Schnittstelle für KI-gestützte Log-Analysen, proaktive Warnungen und schnellere Diagnosen verfügbar gemacht werden.
Schließlich erhält die Imagine Monitoring Solution (IMS) eine MCP-Anbindung. Die Video-Monitoring-Lösung für die End-to-End-Sichtbarkeit von Netzwerken soll damit dynamische Dashboards für Netzwerk- und Gerätedaten sowie KI-gestützte Analysen ermöglichen.
Mit den auf der IBC2026 gezeigten Anwendungen positioniert Imagine Communications MCP als kontrollierte Integrationsschicht zwischen generativer beziehungsweise agentischer KI und den bestehenden betriebskritischen Medienplattformen. Der Ansatz zielt darauf, KI schrittweise in etablierte Workflows einzubinden und dabei Sicherheits-, Kontroll- und Nachvollziehbarkeitsanforderungen beizubehalten.
Bild oben: Blick auf die Landmark Sales-Lösung (Quelle: Imagine Communications)