IBC 2026: Mehr Rechenleistung für IP- und UHD-Produktion

FKTG-Journal
Softwaredefinierte Media-Processing-Plattform Neuron von EVS soll die Verarbeitungskapazität gegenüber der bisherigen Generation vervierfachen.

EVS (Stand 7.B11) stellt Neuron 4X vor. Die neue Generation der softwaredefinierten Media-Processing-Plattform richtet sich an Broadcast- und Produktionsumgebungen, in denen steigende Streamzahlen, UHD-Formate und zentralisierte Produktionsmodelle höhere Verarbeitungs- und Bandbreitenanforderungen erzeugen.

Im Vergleich zur bisherigen Neuron-Generation bietet Neuron 4X laut EVS die vierfache Verarbeitungskapazität. Gleichzeitig bleibt das System im kompakten Neuron-Formfaktor. Für die Netzwerkseite steht native 400-Gb/s-Konnektivität zur Verfügung. Der Energiebedarf soll dabei weniger als doppelt so hoch sein wie bei der bisherigen Plattform.mDamit zielt EVS vor allem auf Installationen, in denen eine hohe Processing-Dichte gefragt ist. Mehr Streams und höhere UHD-Datenraten lassen sich auf einer kompakten Infrastruktur verarbeiten, ohne die für Liveproduktion erforderliche Betriebssicherheit und Ausfallsicherheit aufzugeben.

Neuron 4X ersetzt die bisherige Plattform laut Hersteller nicht, sondern erweitert die Produktfamilie. Für weniger anspruchsvolle Szenarien bleibt die bestehende 100-Gb/s-Plattform im Portfolio. Sie soll weiterhin ein breites Spektrum an Produktions- und Infrastrukturaufgaben abdecken. Die 4X-Variante ist dagegen für Anwendungen konzipiert, bei denen insbesondere höhere UHD-Streamzahlen und eine größere Processing-Dichte erforderlich sind. Anwender können damit die Plattform entsprechend der benötigten Kapazität auswählen, anstatt die gesamte Infrastruktur auf die maximale Ausbaustufe dimensionieren zu müssen.

 

FPGA-Verarbeitung trifft Software-Defined Processing

Technisch kombiniert EVS die deterministische Verarbeitung eines FPGA-basierten Systems mit der Flexibilität eines softwaredefinierten Media-Processing-Ansatzes.

Neue Funktionen sollen dadurch nicht zwingend einen Austausch der Hardware erfordern. Stattdessen können zusätzliche Anwendungen und Processing-Funktionen über Software ergänzt werden. Für Betreiber von Liveproduktions-Infrastrukturen ist dieser Aspekt besonders mit Blick auf die Lebensdauer der Systeme interessant: Die Plattform soll mit veränderten Anforderungen mitwachsen können, ohne dass die zugrunde liegende Infrastruktur regelmäßig neu aufgebaut werden muss.

EVS positioniert Neuron 4X damit als eine Art skalierbare Processing-Plattform für IP-basierte Produktionsumgebungen. Die Kombination aus hoher I/O-Bandbreite, FPGA-basierter Verarbeitung und Software-Defined Processing soll dabei sowohl Performance als auch Flexibilität liefern.

 

High-Density IP-Gateway macht den Anfang

Die erste Anwendung für Neuron 4X ist Bridge 4X. Dabei handelt es sich um ein hochdichtes IP-Gateway für große UHD-Workflows. Die Anwendung soll insbesondere bei Installationen mit hohen Streamzahlen und entsprechendem Durchsatz zum Einsatz kommen.

Als nächste Anwendung kündigt EVS View 4X an. Die Lösung soll das Processing für High-Density-Multiviewing übernehmen und gegenüber der bisherigen Generation die vierfache Kanalzahl bereitstellen. Weitere Anwendungen sollen folgen. Damit will EVS die Plattform schrittweise auf zusätzliche Aufgaben im Media Processing und in der Infrastruktur ausdehnen. Der softwarebasierte Ansatz spielt dabei eine zentrale Rolle. Betreiber sollen neue Funktionen ergänzen können, ohne die Hardware-Plattform austauschen zu müssen. Das soll nicht nur die Skalierung vereinfachen, sondern auch die Investition in die Infrastruktur über einen längeren Zeitraum nutzbar halten.

Mit Neuron 4X adressiert EVS damit eine Entwicklung, die viele Broadcast-Infrastrukturen derzeit prägt: Während die Umstellung auf IP zunehmend etabliert ist, steigen gleichzeitig die Anforderungen an Bandbreite, Stream-Dichte und Processing. Gerade UHD-Produktion und zentralisierte Workflows treiben diese Entwicklung voran. Die native 400-Gb/s-Anbindung und die gegenüber der bisherigen Neuron-Generation vervierfachte Verarbeitungskapazität sollen hier zusätzliche Reserven schaffen – bei einem weiterhin kompakten Systemdesign.

 


Bild oben: EVS

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