Im dritten Quartal des Jahres zeigten die FKTG-Regionalveranstaltungen wieder einmal die sehr große thematische Bandbreite innerhalb der FKTG. Von der Bedeutung internationaler digitaler Infrastrukturen über moderne Produktionsworkflows und Networking auf der IBC bis hin zu Cloud-Technologien und digitaler Souveränität, so unterschiedlich die thematischen Schwerpunkte, so vielfältig waren auch die Veranstaltungsformate. Doch ob Workshop, Webinar, Vortrag oder Tagesevent, immer brachten sie technische, infrastrukturelle und praktische Perspektiven der Medien- und Broadcastbranche zusammen.
Unterseekabel als kritische digitale Infrastruktur in Berlin
Die Regionalgruppe Berlin-Brandenburg widmete sich am 27. August im Haus des Rundfunks des rbb einem Thema an der Schnittstelle von Medientechnik, Infrastruktur und Geopolitik. Referent Dr. Daniel Voelsen von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin behandelte unter dem Titel „Europas digitale Verbindung mit der Welt: Wie Unterseekabel (wieder) in den Fokus der Geopolitik rücken“ die strategische Rolle von Unterseekabeln für die internationale digitale Kommunikation sowie die wachsenden Herausforderungen durch geopolitische Spannungen, Spionage und Sabotage. Darüber hinaus wurden politische Maßnahmen zum Schutz dieser kritischen Infrastruktur diskutiert.
Podcast-Produktion mit ATEM und DaVinci Resolve in Hamburg
Am 1. September lud die Regionalgruppe Nord zu einem Podcast-Workshop mit Christian Kühn von Blackmagic Design zu Studio Hamburg MCI ein. Im Mittelpunkt stand die praktische Umsetzung eines durchgängigen Produktionsworkflows für Video-Podcasts.

In einer ersten Session wurde der Aufbau eines kompletten Podcast-Workflows von der Verbindung von Kameras und Audiotechnik bis zum Switching und Recording behandelt. Anschließend ging es um die Möglichkeiten von ATEM ISO und DaVinci Resolve. Dabei wurde gezeigt, wie Eingangssignale einschließlich Program-Master und Projektdatei aufgezeichnet und anschließend für unterschiedliche Ausspielwege weiterverarbeitet werden können.
Eine dritte Session widmete sich der Zusammenarbeit über Blackmagic Cloud. Thematisiert wurden die gemeinsame Bearbeitung von Projekten in verteilten Teams sowie die Einbindung von Kamera- und Videoquellen entfernter Mitwirkender als Live-Inputs. Im Anschluss an den Workshop fand ein Get Together der Regionalgruppe Nord statt.
Networking mit der Regionalgruppe München in Amsterdam
Bavaria goes Amsterdam: Am 11. September unterstützte die Regionalgruppe München ein Networking-Event der Initiative XPLR: MEDIA in Bavaria am ersten Abend der IBC. Die Veranstaltung fand im Chez Van Rijn statt und brachte Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen sowie der internationalen Medien- und Broadcastbranche zusammen.
Das Networking-Event bot insbesondere Gelegenheit zum informellen Austausch über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Medientechnik und der Broadcasting-Szene.
NETsWERKen Teil 1: Cloud-Technologien und digitale Souveränität in Hamburg
Den Quartalsabschluss bildete am 24. September in Hamburg das große NETsWERKen 2026 Event der Regionalgruppe Nord in Kooperation mit der netorium AG. Unter dem Motto „Cloud oder Nicht-Cloud? Das ist nicht die Frage“ diskutierten die Teilnehmenden, welche Cloud-Architektur für welchen Workload geeignet ist.
Zum Auftakt beschäftigte sich Matthias Letsch von netorium mit der Messbarkeit digitaler Souveränität. Dabei wurde Cloud nicht primär als Ort, sondern als Architektur betrachtet und zwischen unterschiedlichen Anforderungen an die Souveränität von Workloads unterschieden. Anschließend demonstrierten Ingo Holzmeister und Matthias Letsch eine vollständige Produktionskette in der Cloud, vom Smartphone bis zum Stream.
Weitere Use Cases zeigten unterschiedliche Ansätze für Cloud-Infrastrukturen in der Medienproduktion. Hans Douma von MoovIT und Matthias Letsch stellten anhand der crossmedialen Produktionsplattform des WDR eine Private-Cloud-Anwendung vor. Johannes Oehmen von Oehmen Digital Studio GmbH erläuterte unter dem Leitgedanken „Planbares kaufen, Spitzen mieten“ den Umgang mit Kapazitätsanforderungen. Manja Hall-Groth von Schwarz Digest thematisierte die Verhandlungsfähigkeit als Aspekt digitaler Souveränität.
Sebastian Müller von RTL Deutschland und Chris Braehler von SDVI Corporation zeigten anschließend, welche Möglichkeiten die Automatisierung im Ingest bietet. Den Abschluss bildete eine von Kristin Staack moderierte Podiumsdiskussion zur Frage, welche Cloud-Strategie unterschiedlichen Anforderungen in der Medienproduktion gerecht werden kann.

Mit NETsWERKen setzte die Regionalgruppe Nord damit einen weiteren Schwerpunkt auf die praktische Nutzung cloudbasierter Produktionsumgebungen und die damit verbundenen Fragen zu Architektur, Kapazität, Automatisierung und digitaler Souveränität.
Aufmacher: Frank Herrmann (netorium) und Kim Seidler (FKTG) beim Wrap-up von NETsWERKen in Hamburg (alle Bilder: FKTG RG Nord)