IBC 2026: Network Management System der nächsten Generation

Angela Bünger
NMS 3.0 mit Erweiterungen/Apps, Federation für den Signalaustausch mit anderen Steuersystemen und plattformunabhängiges Hosting.

VIDI präsentierte die neue Version seines Network Management Systems (NMS). Mit der Version 3.0 erweitert das Unternehmen seine Plattform um offene Erweiterungsmöglichkeiten, flexible Bereitstellungsmodelle, individuell konfigurierbare Dashboards und neue Funktionen für die Workflow-Orchestrierung.

Ein Schwerpunkt der neuen Version liegt auf der Erweiterbarkeit der Benutzeroberfläche. Über eine offene Extension API können Anwender eigene Applikationen und Visualisierungen in das VIDI NMS integrieren. Damit lassen sich etwa  individuelle Dashboards, Provisioning-Oberflächen, Signalvorschauen oder eingebettete Web-Ansichten realisieren. Die verschiedenen Ansichten und Erweiterungen können dabei miteinander kommunizieren. So soll die Oberfläche stärker an die jeweiligen Anforderungen eines Netzwerks, Projekts oder Produktionsumfelds angepasst werden können.

 

Netzwerke übergreifend verbinden

Eine weitere Neuerung betrifft die Verbindung unterschiedlicher Netzwerke und Netzwerkbereiche. VIDI NMS 3.0 unterstützt nach Angaben des Unternehmens klar definierte Übergabepunkte und Trust Boundaries sowie Network Address Translation (NAT). Auch unterschiedliche Videoformate und Transportstandards, darunter unkomprimiertes Video, JPEG XS (JXS) und JPEG 2000 (J2K), lassen sich in diesem Umfeld berücksichtigen.

Für die Verbindung mit bestehenden Steuerungssystemen setzt VIDI auf eine NMOS-basierte Federation. Dadurch soll der Austausch von Signalen zwischen unterschiedlichen Systemen und Netzwerken ohne zusätzliche proprietäre Schnittstellen möglich werden. Ziel sind flexible und zugleich klar abgegrenzte End-to-End-IP-Workflows.

 

Plattformunabhängige Bereitstellung

VIDI betont zudem die größere Freiheit bei der technischen Bereitstellung des NMS. Die neue Version kann laut Hersteller auf unterschiedlichen Plattformen betrieben werden – vom Bare-Metal-Windows-Server über eine Linux-VM und Cloud-Infrastrukturen bis hin zu Docker-Umgebungen.

Damit sollen sich Installationen stärker an Größe und Anforderungen des jeweiligen Netzwerks orientieren lassen. Für Anwender ergeben sich dadurch unterschiedliche Möglichkeiten hinsichtlich Skalierbarkeit, Infrastruktur und Betriebskosten.

 

Individuelle Dashboards für Events und Produktionen

Ein weiterer Bestandteil von VIDI NMS 3.0 sind projekt- und eventbezogene Ansichten und Dashboards. Diese können individuell zusammengestellt und an die jeweilige Situation angepasst werden.

Wie sich das in der Praxis einsetzen lässt, zeigte VIDI nach eigenen Angaben bereits bei einem großen Sportereignis in diesem Jahr. Dort wurde ein Dashboard eingesetzt, das den Netzwerkstatus, die Dauer von Ausfällen und die aktuelle Netzwerkauslastung auf einen Blick darstellte. Damit können operative Informationen gebündelt dargestellt werden, ohne dass Anwender zwischen unterschiedlichen Systemansichten wechseln müssen.

 

Workflow-Orchestrierung und neues XY Panel

Mit NMS 3.0 erweitert VIDI das System außerdem um eine Workflow-Orchestrierung für Studio- und Produktionsumgebungen. Damit soll sich die Steuerung von Abläufen innerhalb von Produktionsstätten stärker in das Network Management integrieren lassen.

Ergänzend wurde das XY Panel weiterentwickelt. Das Bedienkonzept bietet flexible Steuerungsmöglichkeiten und individuell konfigurierbare Layouts. Anwender können die Oberfläche damit an ihre jeweiligen Bedien- und Workflow-Anforderungen anpassen.

 

Flexible Plattform

Mit NMS 3.0 positioniert VIDI sein Network Management System damit nicht nur als Werkzeug zur Überwachung und Steuerung von IP-Netzwerken, sondern als erweiterbare Plattform für unterschiedliche Produktions- und Infrastrukturumgebungen. Offene Schnittstellen, individuell konfigurierbare Oberflächen, NMOS-basierte Systemintegration und verschiedene Deployment-Optionen sollen dabei eine Grundlage für unterschiedlich dimensionierte und verteilte Broadcast-Netzwerke schaffen.

 


Bild oben: VIDI

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