Nach einer umfassenden Modernisierungsphase in der spielfreien Zeit 2025 hat VIDI die Infrastruktur aller 36 Stadien der Fußball-Bundesliga und 2. Bundesliga erfolgreich auf ein neues technologisches Fundament gestellt. Im Fokus standen dabei sowohl die Konnektivität als auch die Medienadaptionstechnik, um steigende Anforderungen an zentrale Produktionsservices und Signaltransporte zu erfüllen.
Kern der Modernisierung ist unter anderem die Einführung der Xscend-Baureihe von MediaLinks. Die modulare Architektur der Plattform soll eine hohe Packungsdichte bei gleichzeitig flexibler Skalierbarkeit ermöglichen. Neben der technischen Robustheit spielte auch die tiefe Integration in das bestehende VIDI-Network-Management-System (NMS) eine zentrale Rolle bei der Auswahl.
Erweiterte Netztopologie und immersive Audio
In enger Abstimmung mit der Sportcast GmbH wurde die Netzarchitektur um zusätzliche Signalübergabepunkte erweitert, um individuelle Anforderungen für Hin- und Rückführungen abzubilden. Am zentralen Produktionsstandort erfolgt die Signalübergabe nun außerdem im SMPTE-2110-Standard.
Alle Stadien sind voll redundant angebunden, wodurch pro Standort eine deutlich höhere Anzahl an Signalen und Services bereitgestellt werden kann. Diese Kapazität bildet die Grundlage für neue Produktionsmodelle: In der 2. Bundesliga werden inzwischen zwei Spiele pro Spieltag als Remote-Produktionen umgesetzt.
Im Audiobereich ergeben sich durch die Modernisierung ebenfalls zusätzliche Möglichkeiten. Die bereits etablierte Audio-Abmischung des Topspiels der Woche im Dolby-Atmos-Studio (RACR) in Darmstadt wird künftig um eine weitere Begegnung pro Spieltag ergänzt.

Automatisierung und NOC-Ausbau
Parallel zur physischen Infrastruktur wurde das NMS funktional erweitert. Eine neue Buchungsschnittstelle mit automatisiertem Scheduling koordiniert sämtliche Verbindungen und Dienste, wodurch Planungsaufwand und Fehleranfälligkeit reduziert werden.
Auch das Network Operations Center (NOC) in Darmstadt wurde ausgebaut, um Supportprozesse sowohl zentral als auch direkt in den Stadien zu optimieren.
Erfolgreicher Saisonstart mit neuer Infrastruktur
Laut Unternehmen konnten sämtliche Maßnahmen planmäßig während der Sommerpause abgeschlossen werden. Seit dem ersten Spieltag der aktuellen Saison läuft das modernisierte Setup im Vollbetrieb.
Für die Branche zeigt das Projekt exemplarisch, wie sich großflächige Stadionnetze durch Kombination aus hochintegrierter Transporthardware, IP-Standards und automatisiertem Management auf kommende Produktionsanforderungen vorbereiten lassen.
Aufmacher: Blick ins VIDI NOC