Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat seine Nachrichten- und Radioproduktion modernisiert. Im Rahmen des Projekts „Multimedialer Newsroom“ (MMNR) wurden sowohl eine neue Studio- und Regietechnik für TV als auch eine zentrale Radioproduktionsinfrastruktur umgesetzt. Für die technische Planung, Integration und Inbetriebnahme zeichnete die BFE Studio und Medien Systeme GmbH verantwortlich.
Multimediales Konzept mit zwei Säulen
Der multimediale Newsroom vereint die redaktionellen Einheiten für TV, Radio und Online am MedienCampus Küniglberg in Wien. Neben dem TV-Projekt mit dem neuen Nachrichtenstudio 21 (ST21) und den Regieplätzen 21 (RP21) und 22 (RP22) realisierte BFE im selben Zeitraum auch das Radio-Projekt des MMNR. Dabei wurden die zuvor dezentralen Radiostandorte in einer gemeinsamen Infrastruktur am Küniglberg zusammengeführt.
„Mit dem Umzug der Radioredaktionen in das neue Zentrum und dem Neubau der Studios wurde die Grundlage gelegt, um Fernsehen, Radio und Online technisch und organisatorisch besser zusammenzuführen“, erklärt Ing. Christian Weigl, Projektleiter beim ORF in der Abteilung System- und Anlagentechnik. Durch die räumliche und technische Nähe könnten redaktionelle Inhalte künftig schneller geteilt und Produktionsressourcen effizienter genutzt werden.
Technische Umsetzung
BFE Wien übernahm die Planung, Integration und Inbetriebnahme beider Teilprojekte in Abstimmung mit den technischen Fachbereichen des ORF und mit Fertigung und Montageunterstützung durch den Standort Mainz.
Im TV-Bereich entstand mit Studio 21 ein hochmodernes Nachrichtenstudio mit drei gebogenen LED-Wänden von mehr als 60 Quadratmetern, fünf Kamerasystemen und AR-Funktionalität. Ergänzt wird es durch zwei neue Regieplätze: RP21 als erste vollständig IP-basierte Regie des ORF und RP22 als Single-Operator-System für kompakte Newsproduktionen.

Parallel dazu wurde im Radiobereich eine neue, IP-basierte Produktionsumgebung aufgebaut. Hierzu gehörten Abwicklungs- und Produktionsregien, Aufnahmestudios, Sprecherkabinen und zentrale Gerätezonen für die Radiowellen Ö1 und Hitradio Ö3. Im Zuge des Projekts wurden die Signalverteilung und Produktionsnetzwerke auf SMPTE ST 2110 umgestellt.
„Mit dem multimedialen Newsroom konnten wir TV und Radio in einer gemeinsamen Infrastruktur zusammenführen – effizient, modular und zukunftsfähig“, beschreibt Lukas Hayden, Projektleiter BFE Wien, die technische Zielsetzung. Besonders spannend sei die Verbindung unterschiedlicher Systeme gewesen, die heute ein nahtloses Zusammenspiel zwischen klassischen Audio-/Video-Strukturen und IP-basierten Workflows ermöglichen.
Zukunftssichere Architektur
Mit dem multimedialen Newsroom legt der ORF die Basis für eine crossmediale Programmstrategie. Die neue Architektur erlaubt flexible Workflows, automatisierte Abläufe und redundante Systeme für maximale Betriebssicherheit.