HbbTV verankert DRM-Integration im Standard

FKTG-Journal
Die HbbTV Association hat eine neue Spezifikation veröffentlicht, die die standardisierte Integration von Digital Rights Management (DRM) in HbbTV-Dienste ermöglicht. Damit ebnet sie den Weg für die geschützte und interoperable Verbreitung von Premiuminhalten über Smart-TVs und Set-Top-Boxen.

Mit der Veröffentlichung einer neuen Spezifikation zur Integration von Digital Rights Management (DRM) in HbbTV-Dienste setzt die HbbTV Association einen zentralen Impuls für die geschützte und standardisierte Verbreitung hochwertiger TV-Inhalte. Die Neuerung schafft eine einheitliche technische Grundlage für den Einsatz gängiger DRM-Systeme in HbbTV-Anwendungen und reagiert damit auf die zunehmende Bedeutung von Premium-Content sowie die wachsenden Anforderungen der Rechteinhaber.

 

Einheitlicher DRM-Rahmen für ein fragmentiertes Ökosystem

DRM-Technologien wie Microsoft PlayReady oder Google Widevine kommen seit Jahren in HbbTV-Umgebungen zum Einsatz. Bislang jedoch geschah dies in fragmentierten, national oder marktspezifisch organisierten Ansätzen. Diese Situation erschwerte die Skalierbarkeit komplexer Dienste wie Video-on-Demand-Angeboten. Zudem führte sie häufig zu technischen Inkompatibilitäten bei der Geräteunterstützung. Die nun verabschiedete Spezifikation begegnet diesem Problem mit einem interoperablen, im HbbTV-Kernstandard verankerten Ansatz.

„In den vergangenen Jahren haben wir beobachtet, dass fortgeschrittene HbbTV-Dienste oft mit technischen Herausforderungen zu kämpfen hatten, weil es keine vollständige Integration zwischen HbbTV und DRM gab – obwohl die meisten vernetzten Fernsehgeräte bereits über DRM-Funktionen auf Geräteebene verfügten“, erklärte Vincent Grivet, Vorsitzender der HbbTV Association. „Diese neue Spezifikation sorgt für Planungssicherheit und Zuverlässigkeit beim Zusammenspiel von HbbTV-Anwendungen mit DRM und versetzt unser Ökosystem in die Lage, der wachsenden Nutzung sowie den immer anspruchsvolleren HbbTV-Anwendungen gerecht zu werden.“

 

Praxisnahe Referenzimplementierung

Die Spezifikation fußt auf den Erkenntnissen der HbbTV DASH-DRM Reference Application. Diese hat sich in der Praxis bereits als De-facto-Standard bei ersten DRM-Integrationen etabliert. Mit der formellen Aufnahme in den offiziellen HbbTV-Standard erfolgt nun der Übergang von Pilotlösungen zu breit einsetzbaren, industrieweit akzeptierten Implementierungen. Die neue Spezifikation formalisiert dabei besonders die Einbettung von Microsoft PlayReady und Google Widevine, zwei der gängigen DRM-Systeme im Markt.

Zur erfolgreichen Umsetzung im Geräte- und Applikationsbereich setzt die HbbTV Association auf die enge Zusammenarbeit mit bedeutenden Akteuren des Hybrid-TV-Marktes. Unter anderem fließen die Erfahrungen von tivù (Italien), Everyone TV (Großbritannien) und Google in die Weiterentwicklung ein. Ziel ist es, nationale oder unternehmensspezifische Tests in die HbbTV Conformance Test Suite zu überführen. So eine zuverlässige und konsistente Umsetzung auf Geräteebene gewährleistet werden.

 

Verfügbarkeit und Ausblick

Die neue DRM-Spezifikation ist ab sofort über die HbbTV-Webseite  öffentlich zugänglich. Sender, Plattformbetreiber und Hardwareanbieter haben damit die Möglichkeit, die standardisierte DRM-Integration bereits in die Planung ihrer nächsten Produktgenerationen einfließen zu lassen.

 


Bild oben: Pexels, cottonbro studio

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