Campusweites ST 2110-Backbone für University of Nebraska

FKTG-Journal
HuskerVision modernisiert Multi-Venue-Produktion mit Technologie von Lawo.

HuskerVision, der Mediendienstleister der University of Nebraska, hat mit der Implementierung einer auf ST 2110 basierenden Videoinfrastruktur von Lawo die zweite Phase seines Modernisierungsprogramms abgeschlossen. Nach der Erneuerung der Audioinfrastruktur 2023, damals auf Basis von Lawo mc²56-Pulten, A__UHD Core-Processing und HOME-Managementplattform für Routing und Orchestrierung, integriert HuskerVision nun sämtliche Sportstätten über ein einheitliches SMPTE-ST-2110-Backbone.

 

Verteilte Venues, zentrale Regie

Sieben geographisch getrennte Sportstätten – darunter Memorial Stadium, Devaney Center und Pinnacle Bank Arena – sind über ein IP-Backbone an drei zentrale Regieräume im Memorial Stadium angebunden. Systemintegrator BeckTV konzipierte und integrierte die SMPTE-ST-2110-Implementierung mit dem Ziel, alle Standorte in einer einheitlichen IP-Infrastruktur zusammenzuführen und damit operative Abläufe zu konsolidieren sowie die Routing-Flexibilität zu steigern.

Das technische Kernstück der Videoinfrastruktur bildet Lawos .edge-Plattform, die als High-Density-Gateway und als vollständiger IP-Prozessorknoten dient. Mehrere edge-Frames übernehmen den Ingest von 3G- und 12G-SDI-Signalen, während native ST 2110-Anbindung und Quad-25GbE-Schnittstellen die Produktionsebene speisen. Die Fähigkeit des Systems, SDI-Eingänge als Netzwerk-„Proxys“ bereitzustellen, verschafft HuskerVision eine hohe Skalierbarkeit bei minimalem Bandbreiten-Overhead.

Einer der Bereiche mit den tiefgreifendsten operativen Veränderungen ist die Ü-WagenAnbindung am Memorial Stadium. Hier ermöglicht die Kombination aus .edge für Video und A__stage64 für Audio einen 24×24-bidirektionalen Signalaustausch mit nationalen Ü-Wagen. Format-Konvertierungen zwischen 12G-SDI, HDR und SDR erfolgen direkt am IP-Edge, ohne zusätzliche Baseband-Hardware.

 

Die edge-Plattform dient beo der Videonfrastruktur der University of Nebraska als High-Density-Gateway und vollständiger IP-Prozessorknoten (alle Bilder: HuskerVision, Lawo)

 

Softwarebasierte Flexibilität statt fester Infrastruktur

Die Regiearbeitsplätze stützen sich auf Lawos HOME-App-Ökosystem, das auf COTS-Servern läuft. Der HOME Multiviewer generiert in Verbindung mit dem Layout-Builder theWall venue-spezifische Monitoring-Layouts. Die HOME UDX App übernimmt bedarfsgesteuerte Up-/Down-/Cross-Konvertierung im Netzwerk. Die Lizenzierung über FLEX-Credits erlaubt es, Apps nur dann zu aktivieren, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

Die übergeordnete Steuerungsebene übernimmt Lawos VSM (Virtual Studio Manager), der Videorouting, Tally, Device Control und Multiviewer-Konfigurationen in einer einheitlichen Oberfläche zusammenführt.

 

Betrieb mit studentischen Teams

HuskerVision beschäftigt nach eigenen Angaben sieben Festangestellte, die ein großes studentisches Produktionsteam betreuen. Die Architektur war von Anfang an auf diese Realität ausgelegt: Komplexe Routing-Entscheidungen sind über VSM auf wenige Klicks reduziert, während die zugrunde liegenden Prozesse wie Essence-Management, Layout-Konfiguration, PTP-Timing für Studierende nachvollziehbar bleiben und praxisnah erlernbar sind.

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