Barrierefreiheit in Live-Streams und digitalen Medien

FKTG-Journal
KI-gestützter Dolmetscher für Deutsche Gebärdensprache (DGS).

G&L Systemhaus und das Technologieunternehmen Signapse stellen einen livefähigen, KI-generierten „Digital Signer" für die Deutsche Gebärdensprache (DGS) vor. Die Technologie verdolmetscht gesprochene Inhalte in Deutsche Gebärdensprache und integriert sie direkt in Live-Streams.

 

KI-Lösung ohne synthetische Avatare

Der Ansatz basiert auf einer bereits in Großbritannien verwendeten Technologie. Grundlage für das Modell sindVideoaufnahmen einer professionellen Gebärdensprachdolmetscherin aus den Reihen der Royal Association for Deaf People. Es kommt ohne synthetische Avatare aus.

Eingesetzt wird der Digital Signer unter anderem im landesweiten Bahnnetz National Rail, wo er Informationen zu Verspätungen und Gleisänderungen in Britischer Gebärdensprache (BSL) liefert. Das System werde aktuell auf die Amerikanische Gebärdensprache (ASL) ausgeweitet und soll in Kürze bei einem großen Streamingdienst implementiert werden, so eine aktuelle Veröffentlichung.

„Die Umsetzung des Digital Signers für die British Sign Language hat eindrucksvoll gezeigt, wie leistungsfähig und praxistauglich diese Technologie bereits ist“, sagt Alexander Leschinsky, Geschäftsführer von G&L. „Wir freuen uns darauf, die Alleinstellungsmerkmale der Lösung von Signapse nun auf die Deutsche Gebärdensprache zu übertragen. KI so einzusetzen, dass sie einen spürbaren Mehrwert für Menschen schafft und einen konkreten Mangel lindert, ist für uns bei diesem Produkt eine hohe Motivation.“

 

Ergänzung zu menschlichen Fachkräften

Das Unternehmen betont, die KI-gestützten Lösung solle qualifizierte DolmetscherInnen ausdrücklich nicht ersetzen. In medizinischen, juristischen oder politisch besonders sensiblen Kontexten seien sie unverzichtbar. Ziel sei es vielmehr, die bestehende Versorgungslücke verantwortungsvoll zu schließen.

Laut Sally Chalk, Mitbegründerin von Signapse, würden die Modelle in enger Partnerschaft mit gehörlosen Gebärdensprachnutzenden entwickelt und dabei sichergestellt, dass Sprache, Ausdruck und kulturelle Integrität der Community in jeder Phase gewahrt blieben. „Wenn Partner wie G&L den Schritt vom Proof of Concept hin zu einer marktreifen Lösung gehen, steht das für mehr als nur ein einzelnes Projekt: KI-gestützte Gebärdensprache ist kein Experiment mehr – sie ist bereit für den realen globalen Einsatz.“

Die Lösung wird derzeit für den deutschen Markt vorbereitet und soll laut Anbieter ab Herbst verfügbar sein. Parallel entwickele G&L eine vollständig unter europäischer  Souveränität betriebene Variante.

 


Bild oben: G&L Systemhaus

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