Am 26.07.2025 fand das inzwischen traditionelle Sommerfest im TV-Museum Ense mit mehr als 150 Besuchern statt. Das von Arne Kaiser (FKTG) auf privater Basis verwirklichte Museum auf einem 4-Seiten-Hof in Ense-Gerlingen unweit der A44 wurde 2019 eingeweiht und hat inzwischen eine beeindruckende Sammlung an Produktionseinrichtungen von Beginn der Fernsehtechnik bis zu den 90er-Jahren aufzuweisen.

TV-Museum Ense (alle Bilder: Stephan Breide)
Neben diversen Kameras und Studioeinrichtungen der FESE, der Fernseh GmbH, BTS und Sony sind insbesondere eine größere Anzahl an 2-Zoll-Magnetbandmaschinen der Hersteller Bosch, RCA und Ampex Teile der Sammlung. Viele der Einrichtungen konnten inzwischen wieder in Betrieb gesetzt werden. Hinzu kommen Requisiten der 70er-Jahre, umfangreiche Bildmaterialien und eine technische Bibliothek u.a. mit Unterlagen und Schaltplänen zur vorhandenen Technik.
Ein wesentliches Ziel des Museums ist, neben dem möglichst funktionsfähigen Erhalt der Studiotechnik aus den Anfängen des Fernsehens, die Produktion im Stil der 70er-Jahre; einige dieser Produktionen sind unter dem Kanal „Studio ´70“ auf YouTube zu finden. Im Rahmen des Sommerfestes wurden viele Geräte im Livebetrieb und ein historischer Ü-Wagen gezeigt. Ein Höhepunkt war die live über YouTube übertragene Talkrunde „analoger TV-Pioniere“ an der Jean Pütz (Wissenschaftsjournalist und Moderator u.a. der Hobbythek-Sendungen 1974-2004 im WDR), Axel Beyer (ehem. Unterhaltungschef von WDR und ZDF) und Manfred Romboy (ehem. Chefkameramann beim WDR, ab 1961) teilnahmen.

V.l.n.r.: Axel Beyer, Benedikt Surmund (TV-Museum), Jean Pütz, Arne Kaiser (TV-Museum), Manfred Romboy.
Bei bestem Wetter wurde im Innenhof des Museums u.a. die in politisch angespannten Zeiten schwierige Berichterstattung aus der ehemaligen Sowjetunion sowie der generelle Unterschied in den TV-Produktionen von früher und heute diskutiert, die auf die seinerzeit eingeschränkten technischen Möglichkeiten, andererseits auch auf das völlig andere Rezeptionsverhalten der Zuschauer zurückzuführen sind: „Früher zeigten wir Ereignisse – heute Personen davor“ (Manfred Romboy).
Viele aktive und ehemalige Mitarbeiter des Rundfunks und der herstellenden Firmen folgten dieser Einladung zum historischen Branchentreff – besonders erfreulich war der Besuch durch junge Fachkollegen und Studierende u.a. der Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Studio- und Senderfragen an der TU Braunschweig e.V. (AGS).